José Aragón und ein anderer Kuenstler aus Tipitapa begutachten des Meisters juengstes Werk.

Meinen letzten Eintrag im Blog schrieb ich vor Äonen. Zivilisation sind auferstanden und zerfallen, Kinder wurden gezeugt, Bäume gepflanzt, Häuser gebaut. Und auch hier ist einiges passiert.

In den letzten zwei Wochen haben wir, von der „casita del árbol” gemeinsam mit anderen Künstlerverbänden aus Tipitapa ein kulturelles Großprojekt gestemmt. Zumindest gemessen an der visionären Bedeutung die eine Kunstaustellung in der Kulturwüste Tipitapa hat, muss man von einem Großprojekt sprechen.

Ausgangspunkt dafür war der Tipitapaaufenthalt des hier geborenen, in Spanien lebenden, Künstlers José Aragón, der von sich aus den Kontakt zur Bibliothek suchte, nachdem ihm zu Ohren gekommen war, dass es in seiner Heimatstadt tatsächlich solch ein kulturelles Projekt gibt. Er war hergekommen um hier zu Arbeiten und seine Bilder in Managua auszustellen, doch nach dem ersten Gesprächsabend in der Bibliothek keimte insbesondere bei Svenja schnell die Idee mit seiner Unterstützung, seinen Bildern und seinem internationalen Renomée auch in Tipitapa ein Ausstellung ausschließlich mit Künstlern aus Tipitapa zu organisieren. Aragón ließ sich schnell überzeugen, auch wenn er im Rückblick zugab zu diesem Zeitpunkt wenig Vertrauen in das Gelingen der Unternehmung hatte und Svenja eher als idealistische Träumerin ansah die schon noch an den Realitäten zu scheitern haben würde.

Da zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, wie lange Aragón sich hier aufhalten würde, stand die Organisation unter einem gewissen Zeitdruck, so dass alles größtenteils von Svenja in drei Wochen geplant werden musste.

Veranstaltungsorte waren recht schnell gefunden, da es hier natürlich nicht so etwas wie eine Kunsthalle gibt, alle jedoch mit etwas provisorischem Charakter. Insbesondere zu nennen an der Stelle ein leerstehendes Kioskgebäude im Zentrum des örtlichen Parks. Mit glaslosen, vergitterten Fenster und ohne Strom. Die meiste Zeit jedoch war die Ausstellung im Traditionsrestaurant „Silva” einquartiert, in dem schon Diktator Somoza aber auch erinnerungswertere Politprominenz aus Managua gespeist haben.

Im Restaurant fand auch die Eröffnung, und nachdem die Ausstellung nach den ersten Erfolgen um eine Woche verlängert wurde auch die Neueröffnung statt. Letztere mit der dringend erhofften und beim ersten mal schmerzlich vermissten Teilnahme des Bürgermeisters und anderer Lokalpolitiker plus iranischem Botschafter aus Managua.

Wir Bibliotheksfreiwilligen waren während der ganzen Zeit mit allen möglichen Wasserträgerjobs beschäftigt: Einladungen verteilen, Bilder aufhängen, umziehen, Nachts auch bewachen, Fotos machen, im TV auftreten, Kekse backen und was sonst eben noch so anfiel. Mein Startschuss zur Karriere als TV-Talkmaster wurde mir unglücklicherweise vergönnt, da mich die Regieassistentin kurzbehost nicht vor die Kamera lassen wollte, aber wenigstens Sarah hatte Warhols knappe 15 Minuten Ruhm. Ich spar mir die für wann anders auf.

2 Portionen Senf

  1. Ovi
    Eingetragen am 18.11.2009 um 07:57 | Permalink

    Das klingt ja alles höchst interessant, gib mir doch mal ne Nummer auf der man dich erreichen kann, dann ruf ich mal durch, wann bist du denn überhaupt mal wieder in heimischen Gefilden, bist ja schon eine Ewigkeit weg!!
    Also. meld dich bitte!!

  2. alex
    Eingetragen am 10.12.2009 um 18:05 | Permalink

    jonas du pfeife

    sachma kommste überhaupt nie wieder??von yap heißts du solltest schon längst wieder da sein, eva hab ich auch letztens wieder getroffen!
    also komm gefälligst wieder, neukölln vermisst dich

    alex

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