
Auf dem Weg zur Finca wandern wir seit einiger Zeit und nach beginn der Regenperiode immer durch Schwärne von Schmetterlingen
…das dachten sich vielleicht auch die beiden Hälften von Sarah’s Finger nachdem sie heute, von einer rabiat-herzhaften Krankenschwester im öffentlichen Gesundheitszentrum von Tipitapa zusammengeflickt, wieder gewohnte Zweisamkeit (oder besser Einsamkeit) genießen konnten. Der Grund mich mal wieder im Blog zu melden ist allerdings nicht dieser kleine Machetenunfall, sondern vielmehr mein Versprechen irgendwann die getreue Leserschaft auch projekttechnisch mal wieder auf den neusten Stand zu bringen.
Da ich mich bis jetzt fast nur am Anfang und/oder aus dem Urlaub gemeldet hatte könnte bei den weniger Informierten von euch der Gedanke aufgekommen sein meine Hauptbeschäftigung im fernen Nicaragua bestehe hauptsächlich aus Bauchbräunerei und Rumverkostung, aber dem ist natürlich nicht so. Ich arbeite. Ich arbeite derzeit praktisch Vollzeit an der Homepage für die Bibliothek und die Jugendbrigade (die Jugendabteilung der Bibliotheksfreiwilligen), die eine Zwillingsseite mit Informationen über beide Teile des Projekts werden soll, und sowohl die örtliche Bevölkerung über Aktivitäten, die von der Bibliothek ausgehen, informieren als auch zum zukünftigen Spendensammeln und Freiwilligen informieren in Deutschland dienen soll. Ohne Internet und auf meinem Minilaptop zieht sich das alles zwar ziemlich hin aber ich bin guter Dinge, das es nicht mehr allzu lange dauern wird und peile mal so Anfang, Mitte September als Starttermin an.
Das Baumhaus ist mittlerweile von uns fertig gestrichen, die Leiter konstruiert und zum Begehen freigegeben worden und wir müssen eigentlich nur noch den geplanten Termin um mit den Kindern noch ein wenig weiter zu verzieren umsetzen.
Die Sarahs machen derzeit weiter fleißig Englisch- und neuerdings auch Mathekurse und Sarah richtet derzeit eine Leseecke für Vorlesestunden in der Bibliothek ein.
Ich will demnächst auf jeden Fall mit einem Schachkurs und eigentlich sehr gerne auch mit einem Zeichenkurs anfangen. Den Beginn des Zeichenkurs verzögert derzeit jedoch hauptsächlich meine Arbeit an der Homepage, da ich dem Kurs gerne ein wenig Planung vorausschicken würde, den Kopf aber gerade einfach nicht richtig frei bekomm. Das gelingt mir eigentlich nur bei der nach wie vor allwöchentlichen Arbeit auf der Finca. Diese tumbe, körperliche Arbeit ist für mich das richtige um mich geistig zu entspannen, zumindest soweit mir das eben möglich ist mit meiner chronischen Verkrampfung…
Zuletzt haben wir in dreitägiger, harter Arbeit ein 6-Kubikmeter-Loch zur Düngerproduktion ausgehoben und heute nun, naja, heute gab’s von Sarah noch das nötige Blutpfand, das jede größere von Menschenhand erbaute Konstruktion schon seit Urgroßvaters Zeiten zum Gelingen nötig hat. Ein Glück.
Die Pläne für die große Pizzarevolution die ich hier in Tipitapa angedacht hatte (hatte ich davon eigentlich schon im Blog berichtet?) sind derzeit ein wenig ins Stocken geraten. Das Problem ist, dass uns nach wie vor eine adäquate Örtlichkeit zum Verkauf selbiger fehlt und sich die Vermieter der potentiellen Standorte bis jetzt entweder in so vornehmem wie totem Schweigen üben oder sich gar nicht erst ausfindig machen lassen wollen. Da fällt mir gerade auf das schon mindestens 25 Millionen Monate kein köstliches Olivenöl mehr meinen Gaumen benetzt hat.
Außerdem noch passiert: Die Ankunft der neuen Freiwilligen. Nachdem Sarah II, die ja quasi nur mal vorbeigeschaut hat, uns demnächst wieder verlassen wird sind nun letzten Freitag und Samstag zwei neue längerfristige, von YAP entsendete, Freiwillige in Nicaragua eingetroffen. Malindi und Daniel. Letzterer ist direkt weiter zum 4-wöchigen Sprachkurs in den Norden aufgebrochen, erstere blieb uns erhalten verbringt nun ihre Tage damit Tipitapa und die Sprache kennenzulernen.
Ich melde mich hoffentlich bald wieder und hier noch eine kleines Händchen voll Fotos vom heutigen Trip zur Finca.














