Baden und Bohnen

Nica-Frühstück

Der Tag nach der Anreise soll äußerst entspannt verlaufen. Mir wird das ausschlafen angeboten, was ich dankend annehme, jedoch dann am nächsten morgen feststellen muss, dass es damit nicht allzuweit her ist. Nicas sind Frühaufsteher, und so stehe ich spätestens als der Haushahn um halb Acht kräftig zu krähen beginnt im Bett. Macht aber nix, den Morgen verbringe ich im Haus, die Welt draußen scheint irgendwie noch zu gefährlich, unbekannt, und vor allem voller „Ladrones”, Diebe. Ich bekomme mein erstes Nica-Frühstück. Reis, Rührei, Bohnen, Käse. Es schmeckt köstlich wie selten noch ein Frühstück.

Saunen und Diven

Mittags kommt Javier von der Arbeit. Es gibt Mittagessen. Bohnen, Reis, Hühnchen. Danach gehen wir zusammen mit Anna (ich meine sie heißt Anna - ist auf jeden Fall Svenjas jüngere Tochter), und Claudia, Sarahs zukünftiger Gastmutter, die genauso alt ist wie sie selbst, und deren Spross in die „termales”. Heiße Quellen, die von einem der zahlreichen Vulkane hier geheizt werden. Ich gehe das erste mal in meinem Leben saunieren, paradoxerweiße musste ich dazu erst in die Tropen reisen.

Die kleine von Svenja ist den ganzen Tag schon etwas krank, Fieber oder so, sie leidet divenhaft, dennoch ist es ihr ein leichtes mich um den Finger zu wickeln; ich bin jetzt schon verliebt in sie, und vermutlich weiß sie das sogar, rechnet mehr oder weniger damit. Sie ist 11.

„Der Hund, der eigentlich eine Kuh werden sollte”

Abends geht’s zu Svenja nach Hause, Javier kocht uns was, gegen später trudeln noch alle möglichen Leute ein. Ich unterhalte mich eine Weile mit Svenja, über das Projekt, über die Erwartungen an die Freiwilligen, erzähle ihr von meinen Plänen, dabei bekomme ich immer mehr das Gefühl das große Los gezogen zu haben. Danach gehe ich im Gesprächswust der Gruppe weitgehend unter, dennoch fühle ich mich wohl und habe außerdem Zeit dem Eingangs erwähnten Hund seine Streicheleinheit zu besorgen, die lange Schnauze mit den tischtennisballgroßen Augen ruht ergeben in meinem Schoß.

Mijail bringt uns nach Hause, er erzählt mir das er Rennfahrer ist, er wirkt eher wie ein Pilot, wir fliegen wortwörtlich. Vor Javiers Hütte rauchen wir noch die Männer-Gutenacht-Zigarette, Mijail schwört mir ihm Namen seiner Rennfahrergruppe so etwas wie ewige Treue, klingt zunächst kitschig, aber er sagt das mit so einem Ernst in der Stimme und im Blick, das kein Zweifel an der Aufrichtigkeit seiner Worte möglich wird.

Eigener Senf

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